Mulu Nationalpark – Die größten Höhlensysteme der Welt

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Im Mulu Nationalpark dreht es sich nicht um Tiere, sondern um Höhlen. Denn hier gibt es die größten Höhlensysteme der Welt zu bestaunen. Auf der Homepage des Nationalparks sind alle buchbaren Touren ganz übersichtlich aufgeführt. Drei Tage haben wir im Mulu Nationalpark um die Sehenswürdigkeiten mitzunehmen.

Lageplan Mulu Nationalpark

1| Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Tipps für den Mulu Nationalpark

O Canopy Skywalk und F Paku Wasserfall

Wir starten am ersten Tag mit dem Canopy-Walk. Dieser wird als das weltweit längste Hängebrückensystem angepriesen. Es geht 440 Meter in ca. 20 Metern Höhe auf eher provisorisch zusammengebauten Holzbrettern durch die Baumwipfel.

Canopy Walk Mulu Nationalpark

Als erste Action in dem Nationalpark für uns aber ein ganz angenehmer Start um den Park kennen zu lernen und die Wege und Routen zu verstehen. Im Nationalpark gibt es viele Trails, die man alleine laufen kann und so suchen wir uns nach dem Canopy-Walk noch den ‚Wasserfall Trail‘ aus. Das ist wie auch im Bako Nationalpark für uns einfach eine richtig coole Geschichte. Mittlerweile laufen wir schon etwas zielstrebiger. Bei jedem Geräusch halten wir inne und schauen uns um, ob wir nicht doch vielleicht ein schönes, interessantes Tier erblicken können. Knapp 2 km durch den Dschungel dann sind wir da. Der Trockenzeit geschuldet ist es mehr ein kleines Rinnsal, welches die Felswand heruntertröpfelt. Wir wollen zumindest kurz rasten, bevor wir wieder aufbrechen, doch von Bienen heimgesucht machen wir uns dann doch schneller als erwartet auf den Rückweg.

Kosten: 42 RM (ca 8.00 EUR) pro Person

Dauer: ca. 2h

Sonstiges: Ganz cool, von den Socken gehauen hat es uns aber nicht. Zudem ist der Canopy-Walk frei zugänglich, also hätten wir uns vielleicht sogar den Guide sparen können. Sicher sind wir aber nicht, ob man das tatsächlich auf eigene Faust machen darf.

P Garden of Eden Tour – inkl. K Deer Cave und Long Cave + J Fledermäuse 

Es wird um einiges actionreicher. Um viertel vor 10 geht es in einer 8er Gruppe und unserem Guide los. Entlang den Trails marschieren wir ein paar Kilometer bevor wir die Deer Cave erreichen. Die größte Höhle hier im Park und es verschlägt uns ordentlich die Sprache.

Die Höhle ist riiiesig. Felswände so mächtig wie ganze Schlösser, die Luft so klar und frisch und entlang des gebauten Pfades können wir dank den Lichtern weiter in die Höhle blicken. Mit der gebuchten Tour (Garden of Eden) ist unser Ziel allerdings Offpath. Zwischen der Deer und der Long Cave hat sich durch Erosion ein Hügel gebildet. Dieser ‚Garten‘ ist unser Ziel für heute.

Stirnlampe an und los gehts – Mulu Nationalpark Offpath – : über Felsen so spitz wie Nadeln, durchs eiskalte Quellwasser, unter Felswänden durchgequetscht, an Seilen entlang und immer wird sich fleißig abgestützt: an Felsen voll mit Guano. Wir fühlen uns wie Grundschulkinder in der Kletter-AG und haben einen riesen Spaß!

Garden of Eden Tour im Mulu Nationalpark

Doch ganz ungefährlich ist das ganze hier nicht. Wir haben keine Helme, keine Schutzkleidung und einige aus unserer Gruppe haben einfache Sneakers an. Abenteuerlich auf jeden Fall. Wir sind super vorsichtig, was man von unserem Guide nicht sagen kann, der meterweit nach vorne klettert. Wir machen immer wieder kleine Verschnaufpausen und bestaunen diese riesigen Höhlen, die im Mulu Nationalpark für mehr als 3 Millionen Fledermäuse als zu Hause dient – das erklärt auch diese Massen an Kot.

Am Ende der Höhle und nach fast 20 Minuten Freeclimbing können wir Licht in die Höhle eindringen sehen. In dem Lichtschimmer lässt sich viel Grün erkennen.

Vor Helligkeit blinzelnd und noch voller Adrenalin von unserem Klettererlebnis stolpern wir aus der Höhle heraus und sind in einer kleinen grünen Oase mit einem Bach. Der erste Teil des Garden of Edens. Micha versucht wie eine Gazelle über die Steine im Bach zu springen. Man kann schon erahnen was kommt: rutscht aus und landet mit einem Fuß Mitten im Wasser. Er ist aber auch schon der vorvorletzte, dessen Schuhe bis eben noch trocken waren – thumb up.

Weiter geht es durch den Dschungel. Unser Guide scheint den Pfad wie seine Westentasche zu kennen und sprintet auch hier regelrecht voraus. Wir überqueren wieder einige Flüsse und spätestens hier werden dann wirklich alle Füße nass. Wir sind auf dem Weg zum ‚Climbing Part‘ Ok, was wird dann der Climbing Part, wenn das eben in der Höhle nur der Caving Part war? Hilfeee. Der nächste Part ist dann aber ‚nur‘ ein steiler Aufstieg durch den Wald, um bei unserer Station für die Mittagspause anzukommen: ein richtig toller Wasserfall.

Wir suchen uns einen Stein weiter hinten mit perfektem Blick auf den Wasserfall, holen unsere Mee – Goreng raus und stopfen uns erst Mal voll. Die Stärkung war sowas von nötig. Danach wollen wir aber keine Zeit verlieren: Klamotten aus und rein ins kühle (echt kalte), frische Nass. Es fühlt sich so grandios an, in diesem Quellwasser zu schwimmen. Es ist sehr besonders. Nach dem kompletten Rückweg zeigt uns unser Guide noch die Long Cave – einer der kleinsten Höhlen im Mulu Nationalpark, dafür eine besonders hübsche – und setzt uns dann an einem kleinen Aussichtspunkt ab.

Abschluss des Tages soll ein ganz besonderes Ereignis werden, auf dass es sich knapp 3h zu warten lohnt. Denn wenn so langsam die Sonne untergeht, fliegen die über 3 Millionen Fledermäuse aus der Deer Cave in Richtung Meer.

Fledermausformation

In verschiedenen Schüben strömen die Tiere in wellenförmiger Flugformation aus der Höhle – und das für knapp eine Stunde. Völlig beeindruckend und faszinierend sitzen wir da und schauen in den Himmel. Es sieht eigentlich aus wie eine Pest, eine Epidemie, die sich ausbreitet, völlig skurril, aber einmalig auf jeden Fall. Ein toller Abschluss eines unvergesslichen Tages im Mulu Nationalpark.

Kosten: 120 RM (ca. 25,00 EUR) pro Person

Dauer: 1 Tag

Sonstiges: Handschuhe und ein Drybag sind für diese Tour zwei brauchbare Gadgets. Wenn man die Garden of Eden Tour macht, braucht man die Touren in die einzelnen Höhlen (Deer- und Longcave) nicht buchen.

R Clearwater Cave und Cave of the Winds Tour

Mit dem Longboat den kleinen Fluss hinauf. Das sollte doch eigentlich kein Problem sein. Das Wasser in dem Flussbett misst vielleicht einen halben Meter, da ja gerade Trockenzeit ist. Daher bleiben wir auch immer mal wieder stecken und die Bootsfahrer müssen aussteigen und uns tatsächlich anschieben.

Wir fühlen uns wie Könige auf der echt atemberaubenden Fahrt. Denn immer wieder fiebern wir mit, ob wir nicht schon wieder aufsetzen. 20 Minuten fahren wir in dem seichten Gewässer eine ausgeklügelte Route bis zu einem Steg.

Wir machen Halt an einem kleinen Örtchen direkt am Fluss. Einheimische verkaufen hier selbstgemachten Krimskrams, Samen für Iron-Wood (wohl das stärkste und wasserresistenteste Holz das es gibt) und bieten an für ein paar Ringgit zwei Pfeile mit dem Blasrohr zu verschießen. Heaven für Micha – macht er natürlich.

Blasrohrschuss

Doch wie wir durch die kleine Gegend streifen, sehen wir die volle Armut auf uns einprasseln. Kleine Longhouses die so runtergekommen aussehen, als würden sie gleich zusammenbrechen. Hoffentlich sind sie mit Iron-Wood gebaut.

Die beiden Höhlen sind für uns auch super beeindruckend, besonders die Clearwater Cave, denn durch diese Höhle fließt ein kleiner Fluss, indem wir unser Gesicht waschen, um ewig jung zu bleiben. Prima! Micha wird ja bald 30 und das klappt auch richtig gut – also das Waschen, das mit dem Jung bleiben warten wir mal ab.

Eine Sache, die uns nach und nach immer mehr auffällt ist, dass der Erfolg der meisten Touren noch viel größer ausfällt, wenn die Menschen, die die Touren machen für uns bereichernd sind.  Wir lernen eine ältere Britin (sicher 65+), die kürzlich erst am Knie operiert wurde, kennen. Sie schafft es kaum ins Boot und noch weniger heraus und schleppt sich mit viel Müh und Not die hunderte an Stufen zum Eingang der Clearwater Cave hoch. Plötzlich ist sie einfach verschollen. Wir warten und warten, irgendwann taucht sie schweißgebadet auf: sie ist eine zweite Runde in der Höhle gelaufen, weil sie uns einholen wollte?! Auf jeden Fall ist diese ältere Dame in Borneo und in der Brunei unterwegs, komplett allein, auf eigene Faust und mit einem kaputten Knie. Eindrücke kommen und hinterlassen Spuren, doch was wir nicht vergessen sind Menschen und inspirierende Worte: „You never get too old“ sagt sie am Ende – Hut ab!

Kosten: 67 RM (ca. 14 EUR) pro Person

Dauer: ½ Tag

2| Was gibt es noch, was wir nicht gesehen haben

Auf der Website des Mulu Nationalparks (http://mulupark.com/) findet man alle Einzelheiten zu den Touren und Möglichkeiten. Unter anderem gibt es auch Unterkünfte direkt im Park. Wir hatten uns aber für eine außerhalb entschieden, um unter anderem Mulu in seiner Pracht wahrzunehmen und nicht nur den Park mitzunehmen. Hier geht’s zum Mulu-Artikel.