Mulu – über ein Leben mitten im Nirgendwo

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Für uns war Mulu mehr als nur ein Nationalpark. Für uns war Mulu ein ganz besonderer Ort in Mulu Village und mit James, dem Besitzer von Mulu Village. Mit unserer Ankunft haben wir schon gemerkt: hier ticken die Uhren wirklich ganz anders. Es sind auf den ersten Blick vielleicht keine speziellen, aber Mulu hat ein paar Highlights neben dem Nationalpark zu bieten, die unseren Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht haben:

1| Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Tipps für Mulu

Der Supermarkt

Ein weiß-rotes Haus, was von außen eher an eine Arztpraxis erinnert. Wir laufen über den kleinen Steg und als erstes ziehen wir unsere Schuhe aus. Im Supermarkt ist es etwas dunkel, es ist kurz vor 6 – der Strom läuft wohl noch nicht. Der Laden sieht von innen wie eine Lagerhalle aus, die schon seit mehreren Wochen nicht mehr in Betrieb ist. Abgepackte Speisen, Getränkepaletten wie man sie direkt vom Händler bekommt, die Regale wie in großen Industriebetrieben – irgendwie passt alles nicht zusammen. Um 18.00 geht das Licht und ein paar Ventilatoren an. Wir kaufen uns 2 Softdrinks und zahlen an einer vermeintlichen Kasse, die einfach nur ein Tisch ist. Die Dame dahinter gibt fleißig die Preise in ihren Taschenrechner ein und zeigt uns den Betrag. Es ist zwar ein wenig skurril aber diese einfachen Bedingungen strahlen einen Charm aus, den wir sehr genießen.

Dauer: ca. 10 Minuten von Mulu Village

Essen bei Diana und musikalische Einlage

Die Restaurant-Wahl fällt uns in Mulu nicht schwer: es geht zu Diana und das jeden Abend. An einem Holzbrett hängt eine handgeschriebene Karte. Wir probieren hier verschiedene Gerichte: Curry, Yellow Noodles, Chickenwings, Pancakes – und alles schmeckt fantastisch. Am ersten Abend hat James Micha beim Musik machen gehört und ihn am nächsten Tag gebeten, die Gitarre mit zu Diana zu bringen. Das machen wir dann 2 Tage später auch und James ist völlig aus dem Häuschen als er die Gitarre sieht. Die Musik wird ausgestellt, der Reiswein hervorgeholt und dann geht es los. Die eine Seite ist voll von Mulu-Nesen (aber keine Einheimischen – sonst würde James sie kennen, sagt er), auf der anderen Seite noch ein anderer Reisender aus Kuala Lumpur, James und Malina und nach ein paar Minuten joinen uns noch zwei Britinnen.

Micha trällert einen Song nach dem anderen und nach jedem Lied füllt James Michas Glas wieder bis zum Rand mit Reiswein. „PROST!“ lacht er Micha an und das ganze kleine Lokal applaudiert. ‚All of me‘ wird lauthals mitgesungen. Nach diesem Konzert erzählt uns James, dass die Menschen hier sowas – ein Sänger mit einer Gitarre – noch nie gesehen haben. Gänsehaut-Moment! Und Micha war es eine wahre Freude.

Kosten: Ein Gericht kostet 10 RM – 15 RM (ca. 2,00 – 3,00 EUR)

Dauer:  ca. 3 Minuten von Mulu Village

Auf den Berg hinter dem Haus laufen um Fledermäuse zu sehen

Direkt an der Straße geht es über einen Trampelpfad einen Hügel hinauf. Oben angekommen wissen wir gar nicht genau, in welche Richtung wir nun schauen müssen, um das Spektakel der fliegenden Fledermäuse zu sehen. Nach einem kurzen hin und her sehen wir in der Ferne Schwaden am Himmel in verschiedene Richtungen ausbrechen. Das müssen sie sein. Wie kleine Formationen fliegen diese unzähligen schwarzen Punkte in verschiedene Richtungen. Sie alle kommen aus einer Felsformation geflogen. Wie wir später erfahren aus der Deercave.  Sie sind zwar ein Stück weg, aber einige fliegen auch ins unsere Richtung. Es ist atemberaubend solche unzähligen Schwärme am Himmel ausbrechen zu sehen. Im Mulu Nationalpark werden wir dieses Highlight nochmal von nahem beobachten können.

Kosten: keine

Dauer: Aufstieg ca. 10 Minuten

Fahrräder ausleihen und die Gegend erkunden

Der Sattel ist viel zu niedrig, die Knie schlagen fast an den Lenker und eine Gangschaltung gibt es nicht. Es funktioniert nur eine Bremse, das Fahrrad quietscht und Licht gibt es auch keins. Egal – Mit dem Klapperrad Mitten durchs Grün zu fahren, nur alle paar Minuten mal einem Roller oder Auto zu begegnen ist unbezahlbar. Wir fühlen uns super frei und freuen uns die Natur in vollen Zügen in uns aufzusaugen.

Fahrradfahren in Mulu

Kosten: 5 RM (ca. 1 EUR) pro Person für einen Tag

Den Weg vom Nationalpark bei Dunkelheit zurücklaufen

Wir kommen an einem Abend von einer Tour zurück und haben keinen Transfer zu unserer Unterkunft. Wir entscheiden uns zu laufen. Was wir hier auf dem Weg sehen, gehört wohl zu den Glücksgriffen, die aus der Not heraus entstehen. Eins unserer romantischsten Ereignisse, die wir in Malaysia erleben. Über uns ein Sternenmeer, absolute Dunkelheit, die Geräusche und der Geruch der unbegreiflich tollen Natur und um uns herum, hunderte an Glühwürmchen, die die einzige Lichtquelle sind. Es fühlt sich an, als würden wir in die Unendlichkeit laufen –wunderschön!

Glühwürmchen

Kosten: keine

Dauer: 2,5 km zu Fuß ca. 30 Minuten

Sonstiges: eine der schönsten Nachtspaziergänge die wir je gemacht haben.

Beim Marriott Hotel nach Abkühlung suchen

Der Ventilator in unserem Zimmer in Mulu Village funktioniert erst ab 18.00 Uhr und vorher können wir uns nicht wirklich in den Zimmern aufhalten, weil es einfach viel zu drückend heiß ist. Also schauen wir an einem Tag, dass wir in das Luxushotel kommen. Das steht nämlich direkt neben Mulu Village. Selbstbewusst laufen wir an der Rezeption vorbei, nicken noch freundlich und gehen zielstrebig in eine Richtung. Wir tun so, als würden wir hier wohnen und versuchen uns dabei schnell einen Überblick zu verschaffen. Wir haben gehört, wenn wir einen Drink bestellen, ist es kein Problem hier ein bisschen zu verweilen. Den Pool finden wir nach kurzer Zeit und 2 Smoothies haben wir auch gleich bestellt. So legen wir uns auf ein gemütliches Sofa mit Blick direkt ins Grüne.

Marriott Hotel Mulu

Es fühlt sich zum einen total falsch an: dieser Riesenluxusbunker direkt neben dem Nationalpark, und zum anderen freuen wir uns mega über den gemütlichen Platz, die Entspannungsmusik und den Temperaturunterschied von bestimmt 10°C. James hat uns gesagt, wir können auch in den Pool hüpfen, das haben wir uns aber dann doch nicht anmaßen wollen.

Kosten: 20 RM (ca. 4,00 EUR) pro Smoothie

Dauer: ca. 1 Minute von Mulu Village

2| Was gibt es noch, was wir nicht gesehen haben

  • Die heißen Quellen besuchen: Ein bekannter von James hat die Hot Springs bei sich im Garten hinter dem Haus. Dieser Mann kommt zum Abendessen auch immer zu Diana. Den genauen Weg können wir leider nicht beschreiben, James oder Diana kennen den Weg aber mit Sicherheit und wir sind der Meinung, dass man mit dem Herren der Quellen zumindest mal davor gesprochen haben sollte, wenn er die Quellen in seinem Hintergarten hat.

Kosten: keine

Dauer: ca. 30 Minuten von Mulu Village

4| Transport: In und rund um Mulu

Es gibt drei Möglichkeiten des Transports in Mulu.

  • Einen Transport des Marriott Hotels nutzen, gerade wenn man zum Nationalpark möchte – haben wir nie gemacht, ein anderer Traveller ist aber einfach Wort und Grußlos mit eingestiegen und hat sich bringen lassen – Kosten: keine
  • Ein Fahrrad bei James leihen – Kosten: 5 RM (ca. 1 EUR) am Tag
  • Diana als Shuttle nutzen – Kosten: 5 RM (ca. 1 EUR) pro Person und Fahrt

5| Unterkunft: Dieses Hostel/Hotel können wir für Mulu empfehlen

Mulu Village – ein kleines Longhouse über 30 Meter auf Holzbalken gebaut. Ein wenig erinnert dieses Longhouse an die Jettis aus Georgetown, nur eben ohne Wasser. Ein netter Mann kommt uns entgegen und begrüßt uns herzlich, zeigt uns unser Zimmer und sagt, wir sollen doch gleich nochmal für einen Drink nach vorne kommen und dann erklärt er uns alles.

Wir freuen uns wie jedes Mal die schweren Rucksäcke in die Ecke werfen zu können, ziehen uns kurz um und gehen dann Richtung „Aufenthaltsraum“. Raum ist eigentlich falsch, denn im Mulu Village ist alles offen gestaltet. James schenkt uns ein kühles Glas Wasser ein und macht uns mit der Häuslichkeit und der Umgebung vertraut. Wir sind mitten auf einer grünen Wiese und James kommt richtig ins plaudern.

Der Hausherr ist alleine, seine Frau ist für die nächsten Tage noch unterwegs und wir sind die ersten Gäste nach einer kleinen Urlaubspause. Er erzählt uns  viel über das Leben hier in Mulu und wie er z.B. 1 Mal im Monat zum Einkaufen ins 3 Stunden entfernte Miri fährt, um Einzukaufen. In Mulu Village gibt es kein WiFi und Elektrizität nur von 18:00 – 24:00 Uhr. Richtig abschalten funktioniert hier also definitiv. Wir können Mulu Village einfach nur jedem ans Herz legen!

Die luxuriöse Alternative ist das Marriott Hotel mit 500 RM (ca. 105,00 EUR) pro Nacht, in der Nähe des Nationalparks gibt es aber auch noch ein paar preiswerte Varianten – anderweitig gibt es auch die Möglichkeit im Nationalpark zu nächtigen.

Fazit: Mulu war für uns neben dem Nationalpark, obwohl es so eine kleine Gegend war genauso verzaubernd wie die actionreichen Touren. Es ist teilweise fast schon verrückt, wie das einfache Leben und die verschiedenen Lebensweisen uns so beeindrucken und faszinieren konnten, dass wir so ins Nachdenken gekommen sind. Mulu und Mulu Village war wirklich special.

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