Cameron Highlands – die Tee-Oase

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Wenn man die Cameron Highlands besucht, möchte man vor allem eins: die riesigen Teeplantagen bestaunen. Und das ist auch unser Plan. Als Basis suchen wir uns das kleine Örtchen Tanah Rata, welches auf 1500 Metern gelegen ist, aus. Wir steigen aus dem Bus und werden nicht von einer Hitzewelle überflutet, sondern finden uns bei rund 20 Grad wieder. Auch mal richtig angenehm!

1| Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Tipps für die Cameron Highlands

Eine Tagestour durch die Cameron Highlands

In vielen Blogs haben wir gelesen, dass die Teeplantagen gut auf eigene Faust erkundet werden können. Wir haben uns aber dennoch für eine Tour von Cameron Secrets entschieden (http://cameronsecrets.com/ – Full Day Experience für 96 RM – ca. 20 EUR pro Person), um so viel wie möglich von unserem eintägigen Ausflug in die Cameron Highlands mitzunehmen.

Nach einem leckeren Frühstück, in dem Café direkt neben dem Father’s Guesthouse, treffen wir auf zwei andere Paare und unseren Guide Raju. Ein Pärchen aus England, die auf einem 4-monatigen Trip in Asien unterwegs sind und ein holländisches Pärchen, welches plant sich nächstes Jahr den großen Traum einer Weltreise zu erfüllen. Na da sind wir ja in den besten Händen. Alle Mann in den Rangerover und los geht’s in die Höhen der Highlands!

Stopp 1: Die riesigen Teeplantagen

Wir wissen gar nicht wie, aber so hatten wir uns Teepflanzen nicht vorgestellt. Der Tee sieht aus wie eine Hecke, ein Busch und hat grüne feste Blätter. Knapp einen Meter hoch, sodass die Teepflücker ihre Maschinen zur Ernte optimal einsetzen können.

Unser Guide erklärt uns in Mitten der Teeplantagen der Cameron Highlands die Herstellung von Tee

Vor nicht allzu langer Zeit haben die Teepflücker noch ohne Maschinen gearbeitet. Kaum vorstellbar bei dieser Menge an Teeplantagen. Wir lernen alles über das Pflücken des Tees, die Instandhalten der Plantagen und dass nur wenige Malayen die Arbeit verrichten. Vielmehr sind immer wieder Gastarbeiter aus Indien oder Indonesien für einige Monate hierherkommen. Wir erfahren, dass die Teebäume eigentlich bis zu 9 Meter hochwachsen würden, wenn man sie nicht immer stutzen würde. Eigentlich richtig verrückt. Einzelne Bäume am Straßenrand geben den Beweis. Wir lernen, dass die Blätter nur zu schwarzem, grünem und chinesischen Tee (den dritten haben wir vergessen wie er wirklich heißt) verarbeitet werden. Diese sind dann die Basis für alle anderen Tees, die wir so aus dem Supermarkt kennen. Merke: Egal welcher Tee, es ist immer grüner, schwarzer oder chinesischer (das hört sich jetzt auch blöd an aber wir haben es echt vergessen) Tee mit dem jeweiligen Flavour.

Stopp 2: Mossy Forest

In diesem kleinen Regenwald auf den Cameron Highlands befinden wir uns nach Rajus Aussagen im ältesten Regenwald der Welt. Michas Herz schlägt höher, solche Ultimativen feiert er immer richtig ab. Raju kennt die Cameron Highlands wie seine Westentasche und kann uns zu jedem Baum und jeder Pflanze spannende Infos geben. Er erklärt und das Eco-System des Waldes und führt uns ein wenig herum, bevor wir noch alleine Zeit haben einmal durch den kleinen abgesperrten Bereich des Forest zu laufen. Hier auf mittlerweile 2000 Metern Höhe haben wir tatsächlich 4 Lagen an, weil es einfach richtig frisch ist (Also wirklich Jacken einpacken!). Gleichzeitig ist bei Mossy Forest die Grenze zwischen den zwei umliegenden Städten.

Aussicht vom Mossy Forest über die Cameron Highlands

Stopp 3: Teefabrik

Vom Pflücken über das Sieben bis hin zum zerkleinerten und getrockneten Tee können wir hier die Zubereitung verfolgen. Große, aber auch echt alte Maschinen, die quasi schon fast auseinander fallen rattern vor sich hin.

alte Maschine zur Teeherstellung

Fast alles aus Holz und in echt schlechter Verfassung. Aber vielleicht macht das genau diese unglaubliche Qualität des Tees aus. Wie es auch ins Bild passt, sind Malayen natürlich Teetrinker und so haben wir die Chance im Café direkt nebenan einen Original Boh Tee, frisch aus der Fabrik, ein paar leckere Scones und Erdbeertörtchen zu probieren. Wir entscheiden uns für einen klassischen schwarzen und einen Passionfruit-Tee, njam njam. An diesem Punkt endet die Tour für die anderen, wir hingegen haben die Ganztagestour gebucht und somit Raju noch am Nachmittag für uns alleine. Die Teefabrik kann man aber auch kostenlos ohne Führung besuchen.

Stopp 4: Schmetterlingsfarm

Während unser Guide die anderen Tourteilnehmer wieder zurückbringt, werden wir bei der Schmetterlingsfarm abgesetzt. Das war aber irgendwie eher ein Griff ins Klo. Super spooky: die Hälfte der Schmetterlinge ist leider tot und liegt überall herum.

Schmetterlinge

Dafür gibt es aber alles andere, was die Inhaber noch so auftreiben konnten: sämtliches Gemüse, Blumen, Heuschrecken, Käfer, Schlangen, Hasen, Hühner, Skorpione und und und. Die Schmetterlingsfarm wird also zu einem Gemischtwarenladen und entpuppt sich somit als ganz andere Erfahrung. Wir haben noch nie so große Heuschrecken gesehen. Wir laufen also eine Runde durch das Gelände und erkunden die seltsamen „Attraktion“ sind dann aber auch wieder froh, als wir am Eingangshäuschen der alten Dame noch einen gezwungen netten Blick zuwerfen und dann weiter zum Markt schlendern.

Stopp 5: Straßenmarkt und Erbeerfarm

Wir essen ein Eis mit echten Früchten drin, Schoko-Erdbeeren (geiiiiiil!), kaufen eeendlich Passionsfrucht (wir waren schon tagelang auf der Suche) und beobachten das wilde Treiben und die dutzenden Erdbeerverkäufer.

Erdbeeren am Stil

Hier treffen wir auch unseren Guide wieder. Wir lernen auf welche besondere Art und Weise ein paar Meter über dem Boden Erdbeeren angebaut und gleichmäßig bewässert werden. Auf kleinen Podesten werden die Erdbeeren hängend gezüchtet, sodass sie weder von der Erde beeinflusst noch irgendwie keinen Platz hätten zu wachsen. Da alle Erdbeeren somit die gleichen Bedingungen haben, werden sie in der Regel ähnlich groß und reif.

Erdbeerplantage

Exkurs: Stau und Fragerunde

Und heiter geht’s weiter: wir schlängeln uns in den Verkehr ein und stehen nach nur wenigen Metern bestimmt eine halbe Stunde im Stau. Das war unser Glück, denn so haben wir Raju mit Fragen löchern können. Er kommt ursprünglich aus Indien, seine Eltern sind damals als Teepflücker in die Cameron Highlands gekommen. Raju versucht noch so viel wie möglich von der indischen Kultur beizubehalten. So kommen wir ins Gespräch, dass es wichtig ist, nicht zu vergessen woher man kommt und wo die eigenen Wurzeln liegen. Wir fragen ihn, wie denn eigentlich der typische Malaye aussieht. Den konnten wir bis jetzt in KL nämlich noch nicht ausfindig machen. Er ist dunkel, hat eine platte Nase und die Frauen sind verschleiert. Alles klar, dann wissen wir das jetzt auch – was ein Bild im Kopf.

Stopp 6: Time Tunnel Museum

Das Museum hat erst kürzlich ein schweres Schicksal erlitten: ein kleiner Brand hat einen Großteil des Inventars zerstört. Auch wenn Micha mit knapp 30 schon echt alt ist, kennt er nur wenige der antiken Wachmittel, Getränkemarken und Spielzeuge von früher. Für uns ist es trotzdem spannend, weil alles mit einer Liebe zum Detail aufgebaut ist. Ein Museum, dass wir uns natürlich mal wieder ganz anders vorgestellt haben. Wir schlendern durch die Räume, die eher an ein großes Haus von Großmutter erinnern. Alles steht in Griffnähe zum selbstanfassen da, ein langer Flur, Holzböden – letztendlich ist das ganze Museum in einem Keller einer alten Schreinerei aufgebaut. So nah und so vertraut und dennoch wo ganz anders, eine tolle Atmosphäre.

Küsse den Barkeeper

Stopp 7: Sam Poh Tempel

Ein chinesischer buddhistischer Tempel mit einer riiiesigen Buddha-Figur und Organgenbäumen. Nothing more to say. Es ist mittlerweile so schwer über die Tempelanlagen neue Worte zu finden. Sie sind mächtig, faszinierend und golden.

Buddha

Ob sich die Ganztagestour gelohnt hat? Für uns definitiv, es hat uns die Möglichkeit gegeben die Cameron Highlands mit unserem Local-Guide in nur einem Tag sehr umfassend zu erleben und tolle Eindrücke zu erhalten.

2| Was gibt es noch, was wir nicht gesehen haben?

Der Rest unserer Reisegruppe ist das letzte Stück nach Tanah Rata zu Fuß gelaufen. Das würden wohl einige Touristen nach der Halbtagestour machen. Es hätte sich jetzt aber nicht wirklich gelohnt, war die Aussage.

3| Unser Food-Guide: Essen in den Cameron Highlands

Gefrühstückt haben wir in dem Café direkt neben dem Father’s Guesthouse. Super lecker, Preise etwas höher (3,50 EUR pro Person).

In Tanah Rata gibt es einen kleinen lokalen Markt, auf dem wir beide Abende gegessen haben (er schließt relativ früh, gegen 19:00 Uhr ungefähr, also früh genug hingehen). Er ist nicht zu verfehlen, da er direkt neben der Bushhaltestelle ist. Wir essen hier Mee Goreng, Hähnchen, Matarbak, Donuts, kleine grüne Minicrepe mit Kokusnussfüllung und seafood-freie Brötchen mit Fisch. Streetfood vom Feinsten. Sehr lecker und eine riesige Auswahl. Für 2 EUR pro Person sind wir richtig satt geworden.

4| Transport: In und rund um die Cameron Highlands?

Von Kuala Lumpur fährt man mit dem Bus 4 Stunden lang bis nach Tanah Rata (Kosten: 35 RM, ca. 7,50 € pro Person) Die Tickets kann man im Internet buchen unter: http://www.busonlineticket.com/booking/bus-tickets.aspx

Abfahrtsort in KL: TBS (nicht die Central Station)

In den Cameron Highlands sind wir durch die Tour mit dem Rangerover gefahren. Zu den Teeplantagen gibt es soweit wir gelesen und gehört haben keine öffentlichen Verkehrsmittel. Hier ist es sehr beliebt zu trampen. Die Einheimischen sind das wohl gewohnt und halten dann gerne an.

5| Unterkunft: Dieses Hostel/Hotel können wir für die Cameron Highlands empfehlen

Wir haben dort selbst nicht geschlafen, aber das Father’s Guesthouse soll wirklich gut sein.

 

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