Georgetown – und was es in Penang noch zu entdecken gibt

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Ein Ziel auf unserer Reise, die eine sehr künstlerische Seite hat. Micha schwebt somit sowieso im siebten Himmel, aber auch Malina ist als Fotografin unserer Reise sehr glücklich über diesen Stopp. Das sehr interessante an Georgetown ist, dass man die Schönheit und das Spezielle nur durch erkunden und herumstreifen findet. Auf den ersten Blick mag die Stadt für den ein oder anderen etwas lahm wirken, doch für uns war der Ort ein einziges großes Suchspiel und wir sind sehr froh über den Besuch dieser außergewöhnlichen Gegend.

1| Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Tipps Georgetown und Penang

Natürlich die Streetart

Die Streetart ist wohl das bekannteste Highlight in Georgetown und das ist auch zurecht so. Die Bilder an den Wänden sind vielseitig und einfach so cool, dass wir uns wie Verrückte mit unserer Kamera ausgestattet auf den Weg gemacht haben, um uns mit alle unsere Lieblings-Kunstwerken in einer jeweils anderen fancy Pose abzulichten. Bei Einzelnen so verrückt, dass uns andere Touristen wie auch Einheimische amüsiert beobachten. Und bei manchen mit so viel Körpereinsatz, das sogar Michas Hose reist. Uns macht die Jagd riesig viel Spaß und auch die Vielfalt an Bildern und Posen ist eine witzige Kreativübung.

Streetart Penang

Die Streetart zu finden ist aber gar nicht so leicht, wie wir uns das vorgestellt haben, denn Georgetown ist dann doch zu groß um jede Gasse einzeln abzulaufen und die Pläne, die wir vor Ort bekommen haben, waren nicht vollständig. Die berühmtesten Bilder sind in den Broschüren allerdings mit Wegbeschreibung abgedruckt. Das ist zumal ein guter Anfang. Im Netz finden wir bei verschiedenen Bloggern auch einzelne Routen (z.B.http://thenextsomewhere.com/2017/07/11/walking-tour-street-art-in-penang/)

Letztendlich gibt es zwei verschiedene Arten von Streetart in Georgetown. Zum einen die gemalte und gesprayte auf den Wänden und zum anderen die aus Stahl gestaltete Streetart, die die Geschichte der Stadt erzählt. Wir haben uns vor allem mit der gemalten Streetart beschäftigt, doch die Geschichte der Stadt als Streetart zu begreifen ist sicherlich auch eine coole Variante.

Kosten: keine

Dauer: wir haben an 2 Tagen à 3-4 Stunden. Wir haben aber auch wirklich viele Fotos geschossen.

Die Jettys

Einheimische, die in Holz- und Blechhütten auf Stelzen einen Meter über dem Wasser wohnen. Verschiedene Clans haben sich entlang der Küste etabliert und ihre Heimat aufgebaut.

  • Die Lim Jetty
  • Clan Jetty of Penang
  • Clan Jetty Heritage Home

Wirklich wissenswertes haben wir über die verschiedenen Clans nicht herausgefunden. Was wir beobachten konnten war, dass sie sehr einfach hausen, viel auf dem Boden sitzen und ihren Alltag auf ihren Holzbrettern und kleinen Shops bestreiten. Das sehr spezielle Wohnumfeld der Jettis ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Ganz vorne nahe des Fähranlegers gibt es einen Steg, von welchem man einen guten Blick über die Jettys hat.

Jettys in Georgetown

Kosten: keine

Dauer: 1 – 1, 5 h reichen um einmal durch die Jettys zu laufen.

Die Free-Bus-Tour mit den kleinen Facetten der Stadt

Eine Bus-Tour durch die Stadt? Nein, wir haben keine Hop-on-hop-off Tour gemacht. Plötzlich fängt es aus heiterem Himmel an zu regnen und wir stehen gerade zufällig an der Busstation, um zu warten bis das Schlimmste vorüber ist. Wie es beim Warten so ist, kommen uns wirre Ideen und wir steigen einfach in den Free-Bus ein, der die Einheimischen zu den Busstationen der Stadt fährt. Wir machen hingegen unsere eigene kleine Touri-Stadt-Tour daraus. Ganz hinten im Bus schauen wir auf Googlemaps und erzählen uns willkürlich etwas über die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeifahren. Am Ausgangspunkt – der Busstation – wieder angekommen, bedanken wir uns fleißig beim Busfahrer, der uns verwirrt anschaut und begeben uns auf den Rückweg. Aufgehört zu regnen hat es in der Zwischenzeit zwar nicht – die Bustour macht aber unserer Meinung nach total Sinn, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen.

Kosten: keine

Dauer: 1 h

Das Interactive-Museum

Angefixt von der Streetart haben wir uns für einen Besuch des Interactive-Museums entschieden. Wenn man ein paar Tage in Georgetown verbringt ist das ein netter Spaß für Zwischendurch und um neben den vielen tollen Eindrücken den Kopf mal ausschalten zu können, der Mittagshitze zu entfliehen oder um weitere lustige Bilder zu schießen.

Kosten: 25 RM (ca. 5 EUR) pro Person

Dauer: 2 h

Kek Lok Si – Die wohl größte Tempelanlage, die wir bisher gesehen haben

Per Grab fahren wir für gut 2 EUR bis zum Kek Lok Si. Der Tempel lässt uns völlig aus den Latschen kippen. Die Tempelanlage erstreckt sich bestimmt über 4 Fußballfelder.

Kek Lok Si

Es sind verschiedene Häuser angebaut, die über einzelne Pfade erreichbar sind. Die großen Gebetshallen erscheinen in tollem hellen goldenen Glanz mit vielen Verzierungen. Die komplette Anlage ist facettenreich und in kleinster Handarbeit Stück für Stück zu einem riesigen Kunstwerk gebaut. Auch eine Pagode besteigen wir in dem Tempel und haben eine unglaubliche Aussicht auf die Umgebung.

Im Hindu-Glauben gibt es kleine Bändchen, die auch wir kaufen und dann an einen Gebetsbaum hängen. Auf dem Bändchen sindWünsche beschrieben, die in Erfüllung gehen, wenn man dafür einen kleinen Obolus zahlt. Unsere Wünsche: Stay together forever, Health, Happiness. Mit einem Kugelschreiber ergänzen wir unsere Namen.

Welch toller Brauch (ehrlich gesagt sind wir uns unschlüssig, ob das nur eine Touriattraktion ist, denn nach kurzer Recherche sind im Internet nirgends diese Bändchenbäume zu finden). Wir schließen unseren Besuch mit einer Fahrt mit einer kleinen Seilbahn, die uns aus dem Tempel zur Straße bringt ab. Unnötig? Definitiv, aber kühl und lustig war es trotzdem. Wir sind zu tiefst beeindruckt von dieser riesigen Tempelanlage, denn in solch mächtigen Ausfertigung, haben wir sowas noch nie gesehen. In Kombination macht an so einem Ausflugstag auch der Penang Hill Sinn, der direkt um die Ecke ist.

Kosten: kostenlos bis zu einem gewissen Punkt. 3,50 EUR um zu einer weiteren Gebetshalle und der Pagode zu kommen

Dauer: 1,5 h + 40 Min Fahrt (ein Weg)

Penang Hill

Den Penang Hill erreicht man aus Kuala Lumpur per Bus oder Grab innerhalb von 40 Minuten. Da wir vorher beim Kek Lok Si Tempel sind, wollen wir den Bus nehmen, der hier fahren soll. Einheimische winken uns in die unterschiedlichsten Richtungen. Als wir dann quasi 400m von der Seilbahnstation des Hills entfernt sind, sprechen wir nochmal einen älteren Mann an. „Ich habe Füße, ihr habt Füße, ich kann laufen, dann könnt ihr sicher auch laufen“ entgegnet er uns und zeigt in die vermeintlich richtige Richtung. 20 Minuten soll es dauern, wir sind nach 5 Minuten da. Zugegeben, der alte Mann war nicht der Schnellste. Fazit: Es gibt irgendwo einen Bus, man kann aber auch laufen.

Wir fahren also mit der Seilbahn den Berg hoch und steigen 800m höher aus. Keine paar Meter gelaufen stehen wir auf dem Sky-Walk. Eine Aussichtsplattform.

Aussicht vom Penang Hill auf Penang

Wir schlendern entlang der markierten Wege und sind etwas überrascht. Außer dem tollen Ausblick ist hier oben eine kleine Touri-Stadt erschaffen worden. Ein paar Cafés, ein 5D Kino, ein paar Museen und sogar ein Hotel – Mitten auf dem Berg. Mhhh… etwas verwundert laufen wir die paar Meter ab, die wir erreichen können, schauen uns die Cafés an und gehen zu einem Plan. Der zeigt uns noch viel mehr Routen an, die man hier oben wandern kann. Trekking ist hier angesagt. Damit haben wir aber gar nicht gerechnet und waren darauf auch nicht vorbereitet. Doch wer sich hier ein wenig die Natur und die Gegend anschauen möchte, kann das ausgelassen tun. Wir hingegen setzen uns in eine Art Irish-Pub, hören Live-Musik und essen Burger. Eine kleine Stage, eine Gitarre und ein Mikro, das optimale Setup für Micha. Nach dem Burger fragt Micha den Musiker ob er auch spielen kann, bekommt die Gitarre und die Stage und macht den Pausenfüller. Dann fahren wir mit der Seilbahn wieder bergab.

Vom Penang Hill aus fährt ein Bus wieder nach Georgetown. Ein Grab kostet ca. 2 EUR.

Kosten: 30 RM (ca. 13 EUR) pro Person

Dauer: Wir waren ungefähr 3 h oben. Wenn man eine Wanderung macht, muss man natürlich mehr Zeit einplanen.

2| Was gibt es noch, was wir nicht gesehen haben?

  • Penang Nationalpark (soll auch schön sein, da wir aber noch nach Borneo gehen und weil es so unfassbar warm war, haben wir den ausgelassen)
  • Monkey Beach, Kerachut Beach (in der Nähe des Nationalparks) und Batu Ferringhi Beach
  • Botanical Garden und Arulmigu Balathandayuthapani Tempel

3| Unser Food-Guide: Essen in Georgetown

Das Essen in Georgetown ist ja wohl der Hammer. So eine Vielfalt so geballt aufeinander haben wir noch nicht gesehen. Ein definitives Muss bei einem Georgetown-Besuch.

Cafés:
  • Mugshot Café (unsere Lieblings- und tägliche Frühstückslocation – zugegeben, wir können morgens einfach noch keine Nudeln mit halb-durchgekochten Chicken essen). Hier haben wir köstlich gefrühstückt (Lachs-Bagel, Schokocroissant, Foccaia) und einen leckeren Cappuccino bekommen.
Streetfood-Märkte:
  • Chulia Street Night Hawker Stalls (Our Favourite – ein Gericht für 15 RM, ca. 3 EUR)
  • Lebuh Queen Street Food (ein sehr kleiner und dunkler Markt – etwas düster)
  • CF Food Court (eine große Anlage mit local Food – war echt gut und teilweise mit Live-Musik)
  • Kimberley Street Food Night Market (hat uns auch gut gefallen – hier hat Micha Durian probiert (ein Schälchen für 10 RM, ca. 2 EUR) und direkt wieder ausgespuckt. Aber es heißt auch überall ‚Entweder liebt oder hasst man Durian‘ Wir belassen es dann bei „Wir haben sie probiert“ bzw. eigentlich nur Micha, Malina hat sich nicht getraut.
  • Chowrasta Market Food Stalls (waren immer geschlossen als wir da waren)
  • Red Garden Food Paradise (haben wir leider nicht besucht)

Neben den Streetfoodmarkets gibt es unglaublich viele Essensangebote: Bars, Pubs und Restaurants. Durch die komplette Bandbreite kann man sich in Georgtown probieren. In little Chinatown – Chinesisch, in little India – indisch und zwischendrin ein Mexikaner, einige Einheimische Restaurants und ein paar westliche Essensangebote. Malinas Highlight haben wir bis hierher aufgespart.

  • The Twelve Cups: mit der absolut geilsten Waffel die wir bisher gegessen haben: Die Black-Waffel!

4| Transport

Wir sind von den Cameron Highlands mit dem Bus 4,5 h bis in den Norden gefahren (35 RM – ca. 7,50 EUR). Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt man im Bus sitzen und fährt bis nach Penang. Von dort muss man nochmal einen Bus oder ein Grab nehmen. Die günstigere Variante ist, auszusteigen und die Fähre zu nehmen. Diese fährt nochmal ca. 15 Min und man kommt direkt in Georgetown an (1,20 RM – 0,25 EUR pro Person).

Wenn man in Georgetown zentral ein Hostel/Hotel hat, kann man alles fußläufig erreichen. Ansonsten fährt auch für einen Appel und ein Ei ein Grab einen überall hin. Alle Ziele über Georgetown hinaus erreicht man mit den öffentlichen Bussen, mit dem Grab oder man kann auch einen Roller leihen.

 

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