Halong Bucht – von Cat Ba mit dem Boot durch die Felsformationen

Discovering Happy Me > Blog > Reiseziele > Vietnam > Halong Bucht – von Cat Ba mit dem Boot durch die Felsformationen

Nachdem wir öfter gelesen haben, dass die Touren von Halong City in der Halong Bucht aus sehr touristisch und völlig überlaufen sind, haben wir entschlossen, die Tour von Cat Ba aus zu starten. Nach einer 2,5 stündigen Busfahrt von Hanoi aus, geht es weiter mit dem Speedboot und dann nochmal eine knappe Stunde mit dem Bus. Die Insel sieht richtig vietnamesisch aus, zumindest so wie wir uns eine vietnamesische Insel vorgestellt haben. Felder, viele Tiere, Feldarbeiter mit Spitzhüten, kleine Hütten, viel Grün und zwischendrin immer mal wieder ein kleiner Tempel.

1| Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Tipps für Cat Ba und die Halong Bucht

Tour durch die Halong Bucht mit Cat Ba Ventures

Wir haben alles mit dem Veranstalter unserer Bootstour besprochen, außer wann es los geht. Kleiner Fehler im Detail… In unserer E-Mail steht 9 oder 10. Ja blöd, gehen wir wohl mal zu 9 zum Office. Ha und wer hätte es gedacht, sie startet um 9! Nein, natürlich startet sie um 10. So haben wir dann aber noch genug Zeit einiges an Proviant zu kaufen (auf dem Boot soll es vor allem Seafood geben) und das Treiben um uns herum zu beobachten. Um halb 11 kommt unser Guide Hien freudestrahlend auf uns zu und sagt, dass es jetzt los geht. Wir steigen mit nur 7 anderen Touristen in einen Sprinter und düsen los. Als wir auf dem Boot ankommen, zeigt uns Hien unsere Kajüte und wir kommen das erste Mal nicht aus dem Staunen heraus. Ein süßes kleines Zimmer mit einem gemütlichen Bett, einem tollen (und wahrscheinlich dem bisher saubersten) Bad und das Beste: die Fensterfront von der aus man nach draußen aufs Wasser schauen kann. Perfekt!

Wir schlüpfen in Bikini und Badehose, gehen an Deck und machen es uns auf unseren Liegen bequem. Hien kommt wieder bis über beide Ohren strahlend auf uns zu und stellt uns den Tagesablauf vor: „we do swimming, then we have lunch, then we do kajak, ooo ke? Ja, swimming, then lunch and kajak, ooooo ke? Ja“. (Die Jas werden noch mit heftigem Nicken von ihm unterstützt.) Hien ist der wohl mit Abstand süßeste Vietnamese, den wir bisher kennen lernen durften! So sympathisch und zuvorkommend wie kein Zweiter. Am liebsten hätten wir ihn einmal kurz geknuddelt. Wie wir später noch erfahren haben, war Hien früher Fischer und arbeitet jetzt seit 5 Jahren als Guide bei Cat Ba Ventures. Er arbeitet jeden Tag und hat nur am vietnamesischen Neujahrsfest 10 Urlaubstage. Da die Touren meist zwei Tage gehen, verbringt er somit jede zweite Nacht auf dem Boot. Er vermisst seine Familie oft, aber es sei ein toller Job. Crazy…

Wir schippern also von der Bucht in Cat Ba in die Lan Ha Bucht, nahe der Halong Bucht. Rund um uns herum ist eine Unzahl an Felsformationen, die mit viel Grün bedeckt sind. Es ist so faszinierend und wir können schon wieder kaum fassen, dass wir das hier gerade wirklich erleben.

Zwischendurch immer wieder kleine Fischerhäuschen, vor welchen große Netze gespannt sind und soweit das Auge reicht das blau-grüne Wasser. Kein ekliges grünes Wasser, sondern ein schimmerndes blau-grün. Magisch! Wir halten mitten im Nirgendwo an, laden Kajaks auf und „do swimming“. Micha ist der erste und springt vom Deck direkt ins Meer. Alle andere springen hinterher, nur Malina nimmt die Leiter – Haare sollen ja nicht nass werden 😀 Aber sie war im Wasser!

Der Tisch im Bootsinneren wird hübsch gedeckt und es wird ordentlich aufgefahren. Für Micha gibt es alles Mögliche, was nur so aus dem Meer kommen kann. Für Malina Reis, Frühlingsrollen und Chilisoße. Sie ist aber in erster Linie stolz, dass sie es schafft am Tisch sitzen zu bleiben (die Abneigung gegen Meeresfrüchte ist echt enorm). Und zum Nachtisch: Melone. Langsam tauen wir auf und so trauen wir uns, die Mitreisenden anzusprechen. Wir lernen Nick und Marge aus London, Viktor und Elena aus Spanien und Eren, Felicity und den dritten Namen haben wir leider vergessen, kennen. Die drei Frauen, die wir davor schon heimlich die Sex and the City Ladies genannt haben, kommen einfach tatsächlich aus New York!

Der Trip ist für uns die perfekte Mischung zwischen Zeit zur freien Verfügung, Programm und Essen. Wir genießen die Sonne, die Ruhe und die unendliche Weite. Eigentlich sind wir total müde von den letzten kurzen Nächten, versuchen aber alles um die Augen offen zu halten, damit wir auch keine Sekunde von der Aussicht verschlafen. Natürlich schlafen wir trotzdem ein. Aber nur ganz kurz. Denn dann heißt es „We do Kajak, ja ok.“ Hien zeigt uns, dass wir die Rettungswesten hinten zwischen Rücken und Kajak klemmen sollen, damit wir bequemer sitzen. Also gut, ist einfach alles anders hier in Vietnam. Wir schippern durch Höhlen hindurch und sehen die Felsen aus nächster Nähe. Von den Kajaks aus wirken sie noch mächtiger und beeindruckender.

Plötzlich ist high life! Marge meint gerade Bradley Cooper gesehen zu haben. Wir haben den Mann auch gesehen, der hinter einer Frau im Kajak saß. Wir haben ihm noch zugelächelt, obwohl wir uns gefragt haben, warum er sich von der Frau durch die Gegend fahren lässt und nicht selbst paddelt. Auf dem Weg zurück sind wir mal wieder die letzten, so haben nur die andern die Chance genutzt nochmal zu schauen, ob er es tatsächlich ist. Nachdem der Mann dann auch noch vorne auf einer großen Yacht stehend gesehen wird, ist sich die Gruppe sicher: das war Bradley Cooper. Wir werden es wohl nie herausfinden, aber „wir waren Kajak fahren mit Bradley Cooper“ klingt auf jeden Fall nicht schlecht!

Wir klettern wieder zurück auf unser Boot, chillen uns auf die Liegen und genießen die Aussicht und die Atmosphäre. Wir beginnen mit unseren Liegennachbarn, Nick und Marge zu quatschen. Nick ist ein leidenschaftlicher Fotograph. Er erzählt uns von seiner Passion und beschreibt uns genau, welche Art von Fotos er gerne schießt: er möchte auf seinen Reisen Menschen in Interaktion fotografieren und die Bilder sollen aussehen wie Gemälde. Keine klassischen Touri-Fotos. Keine Fotoreihe sagt er, wie z. B. von verlassenen Basketballplätzen aus der ganzen Welt. Sondern verschiedene Situationen und Menschen einfangen, die einzigartig sind. Wow! Wir haben Gänsehaut, denn wir lieben es, wenn Menschen große Träume haben und diese mit uns teilen.

Nach dem Essen, es ist mittlerweile schon dunkel geworden, setzen wir uns alle an Deck, eingekuschelt in warme Jacken. Micha holt seine Gitarre heraus, spielt ein paar Songs bei sternenklarem Himmel und macht den Moment zu einem wunderschönen Ausklang des Abends. Als sich alle in Ihre Kajüten zurückziehen, bleiben wir noch 20 Minuten auf Deck sitzen und schreiben unseren ersten Song auf der Weltreise.

Nichts ist mit Ausschlafen. Um 8 Uhr ist schon Frühstück angesagt. Pancakes und Eier – geilomeilo. Danach packen wir unsere Sachen und wechseln das Boot. Nun sind wir echt schon wieder die letzten und bekommen daher auch wieder die hintersten Liegeplätze. Mit einer Think-outside-the-box Mentalität suchen wir nach einem neuen Platz und werden ganz vorne auf dem Deck fündig. Wir klettern über das Gelände und werfen Hien noch schnell einen Blick zu, ob es ok ist. Und da sitzen wir dann also, kein Geländer vor uns, einfach freien Blick aufs Meer und die Felsen. Es weht ein angenehmes Windchen und wir sind total im Glück.

In einer etwas abgelegeneren Bucht nahe der Halong Bucht nehmen wir wieder die Paddel in die Hand und fahren zu einem kleinen Strandabschnitt. Auf dem Weg dorthin sehen wir einen riesigen Schwarm von kleinen Mini-Fischen, die immer mal wieder große Sprünge über das Wasser machen. Kann man sich das vorstellen, wie das ausgesehen haben muss? Wir sammeln Muscheln, legen uns in den Sand und hüpfen ins Meer. Und oooh meiiin Gooott, was haben wir für ein tolles Panorama mit dem Strand vor unseren Füßen.

Zurück an Bord bekommen wir ein letztes überragendes Mittagessen serviert. Diesmal sogar mit leckerem Hühnchen, Reis, Frühlingsrollen und Chilisoße.

In Cat Ba angekommen, verabschieden wir uns von unseren Mitfahrern und tauschen Kontakte aus. Nick und Marge laden uns nach London ein, wenn wir mal wieder dort sind. Bei Hien bedanken wir uns aufs Äußerste, er hat uns wirklich zwei unvergessliche Tage beschert und war ein Guide, der uns mit Sicherheit im Gedächtnis bleibt.

Kosten: 128$ (ca. 105,50) pro Person

Dauer: 2 Tage

Sonstiges: bei Geh mal reisen sind wir auf Cat Ba Ventures aufmerksam geworden und können diese nun aus eigener Erfahrung mit ganzem Herzen weiterempfehlen: http://www.catbaventures.com/cat-ba-tours/lan-ha-bay-ha-long-bay-bai-tu-long-bay-boat-trip-kayaking-2-days-1-night.html

2| Was gibt es noch, was wir nicht gesehen haben?

In Cat Ba kann man auch ein Tour buchen, um auf einen Berg zu wandern und die Aussicht auf die Halongbucht von oben zu genießen

3| Unser Food-Guide: Essen in Cat Ba

Mona’s Restaurant: Eine meeega schöne Dachterrasse mit ein paar gemütlichen Tischen und einer Wahnsinns-Aussicht auf die Bucht und den Hafen. Hier werden Musiker gesucht, die live performen und dafür umsonst übernachten und essen dürfen. Wie cool ist das bitte? Hätten wir das mal davor gewusst!

Crepes-Straßenstrände: überall an der Straße gibt es kleine Stände, die leckere herzhafte und süße Crepes verkaufen.

4| Transport: In und rund um Cat Ba?

Wir sind mit verschiedenen Bussen und Speedboot von Hanoi nach Cat Ba mit Good Morning Cat Ba gefahren. Hier gibt es alle Informationen: http://goodmorningcatba.com/bus-hanoi-to-cat-ba/. Man wird sogar beim Hotel abgeholt und auch wieder abgesetzt.

5| Unterkunft: Dieses Hostel/Hotel können wir für Cat Ba empfehlen

Cat Ba Backpackers Hostel: mit 4 EUR die absolut günstigste Übernachtung auf unserer gesamten Reise

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.